ByteDance schränkt KI-Videotool nach Urheberrechtsdrohungen aus Hollywood ein

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ByteDance, der chinesische Technologieriese hinter TikTok, führt nach einer Welle rechtlicher Drohungen großer Hollywood-Studios neue Sicherheitsmaßnahmen für seinen KI-gestützten Videogenerator Seedance 2.0 ein. Das am 12. Februar in China eingeführte Tool erlangte schnell Berühmtheit für seine Fähigkeit, auf der Grundlage einfacher Texteingaben verblüffend realistische Bilder und Videos zu erstellen – einschließlich unerlaubter Darstellungen berühmter Schauspieler und urheberrechtlich geschützter Charaktere.

Die Kontroverse: Unbefugte Nutzung von geistigem Eigentum

Die Gegenreaktion begann fast unmittelbar nach der viralen Verbreitung von Seedance 2.0. Die Fähigkeit des Tools, Deepfakes von Prominenten wie Brad Pitt und Tom Cruise in fiktiven Szenarien zu generieren, gab unmittelbar Anlass zu urheberrechtlichen Bedenken. Disney, Paramount Skydance und andere Unternehmen schickten Unterlassungserklärungen, in denen sie ByteDance vorwarfen, die KI auf einer „Raubkopienbibliothek“ urheberrechtlich geschützten Materials zu trainieren.

In diesen Beschwerden wird behauptet, dass Seedance 2.0 kreative Werke im Wesentlichen als „gemeinfreie Cliparts“ vertreibt und damit direkt gegen die Gesetze zum Schutz des geistigen Eigentums verstößt. In Disneys Brief wurde ausdrücklich auf die unbefugte Nutzung von Charakteren aus Star Wars- und Marvel-Franchises hingewiesen. Dies ist kein Einzelfall: Im Jahr 2025 wurden ähnliche rechtliche Schritte gegen Character.ai wegen ähnlicher Urheberrechtsverletzungen eingeleitet, und Disney führt derzeit ein Verfahren gegen Midjourney.

Reaktion und Branchendruck von ByteDance

Angesichts des zunehmenden rechtlichen Drucks gab ByteDance am Sonntag eine Erklärung ab, in der es die Bedenken anerkannte. Das Unternehmen sagte, es „verstärke die derzeitigen Sicherheitsmaßnahmen“, um die unbefugte Nutzung von geistigem Eigentum und Bildern durch Benutzer zu verhindern. Die Einzelheiten dieser Maßnahmen bleiben jedoch unklar. Zuvor hatte ByteDance „die Möglichkeit für Benutzer, Bilder von echten Menschen hochzuladen, ausgesetzt“, doch diese Maßnahme konnte die Empörung der Branche nicht vollständig unterdrücken.

Der Streit erstreckt sich auch auf Arbeitsrechte: SAG-AFTRA, die Gewerkschaft, die Filmschauspieler vertritt, hat die unbefugte Verwendung der Stimmen und Konterfeis ihrer Mitglieder verurteilt. Die Gewerkschaft fordert eine „verantwortungsvolle KI-Entwicklung“, eine Forderung, die angesichts der aktuellen Entwicklung von ByteDance auf taube Ohren zu stoßen scheint.

Warum das wichtig ist: Die Zukunft von KI und Urheberrecht

Dieser Konflikt unterstreicht eine grundlegende Herausforderung in der sich schnell entwickelnden KI-Landschaft: Wie kann man Innovation mit geistigen Eigentumsrechten in Einklang bringen? KI-Modelle wie Seedance 2.0 werden auf riesigen Datensätzen trainiert, die oft ohne ausdrückliche Genehmigung urheberrechtlich geschütztes Material enthalten.

Dies wirft ernsthafte Fragen zur fairen Nutzung, zur Rechtmäßigkeit des Trainings von KI auf bestehende Werke und zum Potenzial für weit verbreitete Urheberrechtsverletzungen auf. Da KI-generierte Inhalte zunehmend nicht mehr von von Menschen geschaffenen Werken zu unterscheiden sind, werden Rechtsstreitigkeiten wie diese wahrscheinlich häufiger und komplexer.

Der Ausgang dieser Streitigkeiten wird einen Präzedenzfall dafür schaffen, wie die KI-Entwicklung reguliert wird – und ob kreative Unternehmen ihr geistiges Eigentum im Zeitalter der generativen KI wirksam schützen können.