Irans Islamische Revolutionsgarde (IRGC) hat eine direkte Drohung gegen 17 amerikanische Technologieunternehmen ausgesprochen und versprochen, sie ab dem 1. April im Nahen Osten ins Visier zu nehmen. Diese Eskalation stellt einen bedeutenden Wandel in der Herangehensweise des Iran an Vergeltungsmaßnahmen dar und nennt nun ausdrücklich kommerzielle Unternehmen als legitime Ziele.
Direkte Bedrohung für die amerikanische Technologie
Die auf Telegram veröffentlichte Warnung des IRGC listet Unternehmen auf, darunter Cisco, HP, Intel, Microsoft, Apple, Google, Meta, IBM, Dell, Nvidia, J.P. Morgan Chase, Tesla, GE, Spire Solution und Boeing. Das emiratische Unternehmen G42 ist ebenfalls enthalten. Der Hauptgrund für die Drohung liegt in der Behauptung des IRGC, dass diese Firmen maßgeblich dazu beitragen, von den USA unterstützte „terroristische Operationen“ gegen den Iran zu erleichtern. Die Warnung fordert die Mitarbeiter dieser Unternehmen ausdrücklich dazu auf, Arbeitsplätze „sofort zu räumen, um ihr Leben zu retten“.
Dies ist kein Einzelfall. Wochen zuvor veröffentlichte die mit dem IRGC verbundene iranische Nachrichtenagentur Tasnim eine Liste von 30 Technologiestützpunkten in der gesamten Region als potenzielle Ziele. Die Begründung: Diese Standorte stellen „feindliche Technologieinfrastruktur“ dar.
Aktuelle Angriffe und Vorwürfe
Die Bedrohung folgt auf die jüngsten Angriffe auf Rechenzentren in den Vereinigten Arabischen Emiraten und Bahrain am 1. März, zu denen sich die IRGC bekannte. Nach Angaben des IRGC zielten diese Angriffe darauf ab, die Rolle dieser Zentren bei der Unterstützung militärischer und geheimdienstlicher Aktivitäten aufzudecken. Die Verlagerung hin zur gezielten Ausrichtung auf kommerzielle Technologie spiegelt eine sich entwickelnde Strategie Irans wider, Druck über traditionelle geopolitische Kanäle hinaus auszuüben.
Die Beschwerden des IRGC sind nicht neu. Die Organisation wirft diesen Firmen vor, kritische Infrastruktur für militärische Einheiten bereitzustellen, und verweist insbesondere auf einen Auftrag über 1,2 Milliarden US-Dollar, den die israelische Regierung im Jahr 2021 an Amazon und Alphabet (Googles Muttergesellschaft) für das Projekt Nimbus vergeben hat. Das Projekt soll Israel angeblich mit einer „Kerntechnologie-Infrastruktur“ versorgen.
Breiterer Kontext und Implikationen
Die Aktionen des IRGC stehen im Zusammenhang mit umfassenderen regionalen Spannungen, einschließlich anhaltender Konflikte und Vorwürfen ausländischer Einmischung im Iran. Der Vorwurf, dass Big-Tech-Firmen feindliche Aktivitäten ermöglichen, ist nicht neu : Ein UN-Bericht aus dem Jahr 2025 hob hervor, dass IBM israelisches Militärpersonal ausgebildet hat und Palantir angeblich prädiktive Polizeitechnologie bereitstellt, die in Palästina eingesetzt wird. Der Versuch des IRGC, diese Unternehmen direkt zu bedrohen, unterstreicht die zunehmende Verstrickung kommerzieller Technologie in geopolitische Konflikte.
„Hier geht es nicht nur um Cyberkrieg; es geht darum, die Grenzen zwischen ziviler Infrastruktur und militärischen Zielen zu verwischen.“
Das US-Kriegsministerium hat Oracle kürzlich einen Auftrag über 88 Millionen US-Dollar zur Integration seiner Cloud-Software in die Luftwaffe erteilt und damit die Verbindung zwischen privater Technologie und staatlichen Militäroperationen weiter gefestigt. Diese Eskalation deutet auf die Bereitschaft Irans hin, nicht nur gegen Regierungen, sondern auch gegen die Unternehmen, die sie unterstützen, Vergeltungsmaßnahmen zu ergreifen.
Die Ankündigung des IRGC stellt eine gefährliche Eskalation dar, da sie das Leben von Technologiearbeitern direkt bedroht und die regionale digitale Infrastruktur destabilisieren könnte. Das Fehlen einer sofortigen Reaktion seitens der angegriffenen Unternehmen gibt Anlass zur Sorge, ob sie auf solche Bedrohungen vorbereitet sind.































