Manufact, ein in San Francisco und Zürich ansässiges Startup, hat sich eine Startfinanzierung in Höhe von 6,3 Millionen US-Dollar gesichert, um eine Infrastruktur für eine Zukunft aufzubauen, in der Agenten der künstlichen Intelligenz und nicht Menschen die Hauptnutzer von Software sind. Die Kernidee des Unternehmens: Da KI digitale Routineaufgaben übernimmt, benötigt jede Anwendung eine Schnittstelle, die auf die Maschine-zu-Maschine-Interaktion zugeschnitten ist. Dies ist ein grundlegender Wandel in der Art und Weise, wie Software entworfen und verwendet wird, und Manufact möchte der Schlüsselfaktor sein.
Der Aufstieg der Agentensoftware
Seit Jahrzehnten wird Software mit Blick auf den menschlichen Benutzer entwickelt. Schaltflächen, Menüs und Dashboards übersetzen menschliche Absichten in maschinelle Aktionen. Aber die Landschaft verändert sich. KI-Agenten übernehmen zunehmend Aufgaben wie Spesenabrechnungen, Kundensupport, Codierung und Reisebuchung. Diese Agenten benötigen eine neue Art von Schnittstelle – eine, die für automatisierte Interaktion und nicht für menschliche Klicks optimiert ist. Manufact setzt auf diesen Übergang.
Das Model Context Protocol (MCP): Ein universeller Connector
Grundlage der Manufact-Strategie ist das Model Context Protocol (MCP), ein von Anthropic entwickelter offener Standard. Vor MCP erforderte die Integration von KI-Agenten in Software individuelle Konnektoren für jedes Tool – ein langwieriger, teurer und unzuverlässiger Prozess. MCP löst dieses Problem durch die Bereitstellung einer standardisierten Schnittstelle, die es jedem KI-Modell ermöglicht, sich nahtlos mit jedem Softwaresystem zu verbinden.
Betrachten Sie es als „USB-C der KI“. Ebenso wie USB-C die Gerätekonnektivität standardisiert, standardisiert MCP den KI-Zugriff auf Software. Die Akzeptanz war explosionsartig: Mittlerweile sind über 10.000 öffentliche MCP-Server aktiv, wobei große Player wie ChatGPT, Cursor und Google Gemini das Protokoll unterstützen.
Der dreigleisige Ansatz von Manufact
Manufact entwickelt eine Reihe von Tools, um von der MCP-Revolution zu profitieren:
- mcp-use SDK: An open-source library that lets developers integrate AI agents with MCP tools in as few as six lines of code. Es unterstützt verschiedene große Sprachmodelle, darunter auch lokale.
- Inspector & Testing Suite: Ein visuelles Debugging-Tool, mit dem Entwickler MCP-Server und die Toolausführung in einer Sandbox-Umgebung testen können.
- Manufact Cloud: Eine Plattform für die Bereitstellung, Skalierung und Verwaltung von MCP-Servern mit nahezu sofortiger Bereitstellung über GitHub – in weniger als 60 Sekunden.
Die Strategie des Unternehmens spiegelt den Erfolg von Vercel bei der Vereinfachung der Bereitstellung von Front-End-Webanwendungen wider. Manufact möchte die Bereitstellung KI-gestützter Tool-Integrationen genauso einfach machen.
Der Open-Source-Vorteil
Die Entstehungsgeschichte von Manufact unterstreicht die Macht von Open-Source-Communities. Die Gründer Pietro Zullo und Luigi Pederzani trafen sich in einem Zürcher Co-Working-Space und bauten zunächst aus Frust über die Komplexität bestehender Lösungen die mcp-use-Bibliothek auf. Die Bibliothek ging viral und zog über 5 Millionen Downloads und 9.000 GitHub-Stars an, bevor das Unternehmen überhaupt Mittel aufbrachte. Diese Community-Validierung erwies sich als starkes Signal für Investoren.
Es steht viel auf dem Spiel: 52-Milliarden-Dollar-Markt bis 2030
Der Markt für KI-Agenten soll von 7,84 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025 auf 52,62 Milliarden US-Dollar im Jahr 2030 wachsen. Manufact positioniert sich im Zentrum dieses Wachstums und ermöglicht die nächste Generation KI-gestützter Softwareinteraktionen.
Das Risiko, eine „dumme Datenbank“ zu werden
Das Unternehmen warnt davor, dass Softwareunternehmen, die sich nicht anpassen, Gefahr laufen, zu bloßen „Systems of Record“ zu werden – passiven Datenquellen für KI-Agenten. Wenn Unternehmen ihre Produkte nicht für KI zugänglich machen, könnten sie die Kontrolle über das Benutzererlebnis und die Kundenbeziehungen verlieren.
Die Zukunft der Software ist agentenbasiert
Das Ziel von Manufact ist ehrgeizig: einen erheblichen Anteil aller KI-Tool-Aufrufe auf der Erde zu erfassen. Ihr Ziel ist es, die Infrastrukturschicht für die Revolution der Agentensoftware zu sein, ähnlich wie Stripe globale Finanztransaktionen abwickelt.
Das Unternehmen steht vor Herausforderungen: ein kleines Team, ein unbewiesenes Umsatzmodell und die Konkurrenz durch Cloud-Giganten. Aber Manufacts Fokus auf Open-Source-Entwicklung, gepaart mit dem explosiven Wachstum von MCP, positioniert das Unternehmen als Schlüsselakteur in der Zukunft KI-gestützter Software. Der Übergang vom Bauen für Menschen zum Bauen für Agenten ist im Gange und Manufact ist entschlossen, die Führung zu übernehmen.
































