Timothée Chalamet ging mit seiner Rolle in Marty Supreme als klarer Spitzenkandidat in die diesjährige Oscar-Saison. Seine Niederlage gegen Michael B. Jordan bei der Zeremonie am Sonntag war keine Überraschung im herkömmlichen Sinne – Jordan hatte bereits bei den Actor Awards gewonnen –, aber sie unterstrich ein Muster in Hollywood: Junge männliche Stars gewinnen selten zu Beginn ihrer Karriere große Auszeichnungen. Chalamets zunächst starker Wahlkampf geriet ins Stocken, was die Frage aufwarf, ob sein eigenes Handeln seine Chancen untergrub.
Aufstieg und Fall eines Spitzenreiters
Seit Jahren liefert Chalamet mit Filmen wie „Call Me by Your Name“ und „Dune“ sowohl kritische als auch kommerzielle Hits ab. Marty Supreme schien bereit zu sein, ihm endlich einen Oscar zu sichern. Kontroverse Äußerungen über Oper und Ballett, die nur wenige Wochen vor Ende der Abstimmung gemacht wurden, lösten jedoch Gegenreaktionen in der Kunstszene aus und fanden sogar Eingang in den Oscar-Monolog.
Während einige behaupten, die Kommentare seien einfach ungeschickt gewesen, war der Zeitpunkt katastrophal. Der Vorfall ereignete sich am selben Tag, an dem die Oscar-Wahl endete, sodass es unwahrscheinlich ist, dass er sich wesentlich auf die bereits abgegebenen Stimmzettel ausgewirkt hat. Noch grundlegender ist, dass Chalamets aggressive Vermarktung seiner Kandidatur – einschließlich der Zusammenarbeit mit Internet-Persönlichkeiten und bewussten Modeentscheidungen – möglicherweise nach hinten losgegangen ist und die Wähler eher entfremdet als ihn beliebt gemacht hat.
Hollywoods uralte Voreingenommenheit
Das eigentliche Problem sind nicht unbedingt Chalamets Fehltritte; Es ist die historische Vorliebe der Akademie, etablierte männliche Schauspieler später in ihrer Karriere zu belohnen. Der jüngste Gewinner als Bester Hauptdarsteller, Adrien Brody, war 2003 29 Jahre alt. Vergleichen Sie dies mit Marlee Matlin (21 im Jahr 1987) und Jennifer Lawrence (22 im Jahr 2013), die in jüngeren Jahren als Beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet wurden. Diese Ungleichheit deutet darauf hin, dass Hollywood die Jugend von Frauen anders schätzt als die von Männern, was es männlichen Schauspielern ermöglicht, sich im Laufe der Zeit zu „beweisen“, bevor sie große Auszeichnungen gewinnen.
Leonardo DiCaprio zum Beispiel gewann erst im Alter von 41 Jahren, obwohl er bereits mit 19 Jahren mehrfach nominiert wurde. Joaquin Phoenix gewann mit 45 und Brad Pitt mit 56. Dieses Muster deutet darauf hin, dass die Academy es vorzieht, wenn junge männliche Stars ihre Siege „verdienen“, anstatt sie vorzeitig zu vergeben.
Jordans etablierte Glaubwürdigkeit
Beim Sieg von Michael B. Jordan ging es nicht nur um Talent; Es ging um Timing und Erfahrung. Er arbeitet seit 1999 kontinuierlich mit bemerkenswerten Rollen in The Wire, Fruitvale Station und Black Panther. Seine jahrzehntelange Zusammenarbeit mit dem Regisseur Ryan Coogler hat seine Glaubwürdigkeit sowohl bei Kritikern als auch kommerziell gefestigt. Jordan ist kein Neuling; Er ist ein erfahrener Profi, der jahrelang an seiner Karriere gearbeitet hat.
Trotz seines frühen Erfolgs fehlt es Chalamet immer noch an einer nachhaltigen Branchenpräsenz. Seine Sichtbarkeit beruhte eher auf einer aggressiven Kampagne als auf einer langfristigen Anerkennung innerhalb der Akademie.
Was kommt als nächstes für Chalamet?
Chalamets Verlust dient als warnendes Beispiel: Hollywood belohnt Geduld und Erfahrung. Es bleibt abzuwarten, ob er künftige Kampagnen verdoppelt oder seinen Ansatz neu ausrichtet. Das faszinierendste Ergebnis dürfte sein, ihm dabei zuzusehen, wie er sich erneut im Oscar-Spiel zurechtfindet und aus diesem vielbeachteten Rückschlag lernt. Die Akademie bestraft Chalamet nicht unbedingt; es setzt lediglich seine eigenen unausgesprochenen Regeln durch.































