Wir kommunizieren jetzt in Bildern. Es ist fast unmöglich, eine Textnachricht zu senden, ohne das Gefühl zu haben, dass etwas fehlt, wenn man ein grinsendes Gesicht oder ein Herz-Augen-Emoji weglässt. Aber wie sind wir hierher gekommen? Die Antwort liegt in antiken Töpferwaren, Versicherungsgesellschaften und einem riesigen globalen Codestandard.
1999: Der moderne Emoji-Vater
Shigetaka Kurita gilt weithin als Vater des modernen Emoji. 1999 arbeitete er für den japanischen Mobilfunkanbieter NTT Docomo. Seine Aufgabe bestand darin, kleine Symbole für frühe Mobiltelefone und Computer zu erstellen. Er entwarf 176 Symbole. Sie waren winzig. Zwölf mal zwölf Pixel.
Diese frühen Grafiken befassten sich mit Tierkreiszeichen, Wettermustern und grundlegenden Emotionen. Kuritas Originalentwürfe können Sie noch heute im Museum of Modern Art in New York sehen. Sie waren die ersten echten digitalen Emoticons, so wie wir sie erkennen.
Heute sind die Zahlen riesig. Es stehen über 3.000 Emojis zur Verwendung in WhatsApp, Twitter und anderen Plattformen zur Verfügung. Jedes Jahr kommen neue hinzu. Wer entscheidet? Das Unicode-Konsortium. Diese gemeinnützige Organisation schreibt den Code für jedes neue Symbol. Der Code für das einfache grinsende Gesicht lautet beispielsweise U+1F604.
Warum sehen Emojis auf jedem Telefon anders aus?
Möglicherweise ist Ihnen aufgefallen, dass ein Smiley auf einem iPhone anders aussieht als auf einem Android. Dies liegt daran, dass Unicode nur die Bedeutung und den Code definiert. Es definiert nicht das Aussehen. Das visuelle Design ergibt sich aus dem Betriebssystem, der Schriftart und der von Ihnen verwendeten Chat-Plattform.
Dies führt zu der häufig gestellten Frage: Warum variieren Emojis je nach Gerät? Die Antwort liegt in proprietären Designentscheidungen. Apple, Google, Samsung und Microsoft interpretieren denselben Unicode-Code unterschiedlich. Aus diesem Grund könnte das lachende Emoji Ihres Freundes Tränen enthalten, während Ihres nur ein breites Grinsen hat.
Das Wort „Emoji“ hat nichts mit Emotionen zu tun
Der Begriff klingt, als stamme er vom englischen Wort „Emotion“. Das ist nicht der Fall. Das Wort Emoji ist japanisch. Es kombiniert zwei Wörter: „e“ für Bild und „moji“ für Charakter. Ein Emoji ist also im wahrsten Sinne des Wortes ein Bildcharakter. Es ist ein Piktogramm.
1982: Der Ursprung der Emoticons
Vor pixeligen Bildern gab es Emoticons. Hierbei handelt es sich um textbasierte Kombinationen, die Gesichtsausdrücke anzeigen, wenn Sie Ihr Telefon zur Seite drehen. 🙂 steht für Freude. 🙁 für Traurigkeit. :-* für einen Kuss.
Scott Fahlmann, ein Informatikprofessor, hat sie erfunden. Er und sein Team haben sie am 19. September 1982 erstellt. Sie arbeiteten in einem Chat-System. Sie brauchten eine Möglichkeit, die Bedeutung von Textnachrichten zu klären. Ohne Körpersprache und Tonfall war es schwer zu sagen, ob eine Nachricht sarkastisch, lustig oder beleidigend war. Fahlmanns Lösung löste dieses Problem.
Studien zeigen, dass Menschen, die Emojis verwenden, als sympathischer wahrgenommen werden. Nachrichten ohne sie können kalt oder abweisend wirken. Emoticons veränderten die Chat-Kultur, indem sie den notwendigen Kontext hinzufügten.
1963: Der Smiley-Vorgänger
Fahlmanns Textsymbole wurden vom Smiley inspiriert. Harvey Ball entwarf 1963 den klassischen gelben Kreis mit zwei Punkten als Augen und einem geschwungenen Mund. Die State Mutual Insurance Company gab Ball den Auftrag. Sie wollten ein Symbol, um die Arbeitsmoral der Mitarbeiter zu stärken.
Das gelbe Gesicht wurde zur Ikone. Viele moderne Emojis verwenden immer noch dieses gelbe Farbschema. Es ist eine direkte visuelle Ableitung von Balls ursprünglichem Design.
1700 v. Chr.: Der antike Smiley?
Der Wunsch, Glück mit einem einfachen Gesicht auszudrücken, reicht viel weiter zurück. Archäologen haben in Karkamis, Türkei, ein Trinkgefäß gefunden. Das Artefakt stammt aus dem Jahr 1700 v. Chr. Es zeigt zwei Punkte über einem Halbkreis.
Es sieht aus wie ein Smiley. Die Absicht des bronzezeitlichen Künstlers ist unbekannt. Wollten sie Freude zeigen? Wut? Wir können nicht sicher sein. Aber es gilt als das älteste bekannte Smiley-Artefakt in der Geschichte.
Von antiken Töpferwaren bis hin zu modernen Unicode-Codes – das Bedürfnis, uns visuell auszudrücken, ist konstant. Die Technologie ändert sich. Der menschliche Wunsch, Emotionen zu zeigen, tut dies nicht. Wir fügen immer mehr Gesichter hinzu. Noch mehr Tränen. Mehr Herzen. Die Liste wächst. Was werden wir nächste Woche verschicken? Wahrscheinlich etwas, das wie ein lachendes Gesicht mit Tränen aussieht.


































